Kurt-Bittel-Preis der Stadt Heidenheim für Süddeutsche Altertumskunde

Am 30. Januar 1991 starb der Ehrenbürger der Stadt Heidenheim und weltbekannte Archäologe Professor Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Kurt Bittel im 84. Lebensjahr.

Anlässlich seines 80. Geburtstages am 5. Juli 1987 hatte der Gemeinderat der Stadt Heidenheim am 1. Oktober 1987 als äußeres Zeichen der Ehrung einstimmig die Stiftung eines Kurt-Bittel-Preises für Süddeutsche Altertumskunde beschlossen.

Der Preis wird am 22. November 2019 zum sechszehnten Mal verliehen.

Der Preisträger 2019 ist Dr. Thimo Jacob Brestel, Marburg, mit seiner Preisarbeit " Die Ausgrabungen in Manching-Süd von 1990 – 2009. Studien zur Siedlungsstruktur und Befestigungsanlage des Oppidums“

Der Preisverleihung geht jeweils ein Archäologie-Colloquium mit namhaften Wissenschaftlern voraus.
Beide Veranstaltung sind öffentlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

19. Heidenheimer-Archäologie-Colloquium

Die Bevölkerungsverhältnisse in Süddeutschland in den Jahrzehnten um Christi Geburt

Weder die historische noch die archäologische Forschung kann bislang eine sichere Aussage zu den Bevölkerungsverhältnissen in Süddeutschland während der Jahrzehnte um Christi Geburt machen. Dies betrifft sowohl das Ende der keltischen Spätlatènekultur als auch den Beginn der römischen Besiedlung. Während in angrenzenden Regionen Siedlungen und Gräberfelder aus dieser Zeit belegt sind, kennen wir aus Süddeutschland bestenfalls vereinzelte Funde. Das Fehlen archäologischer Siedlungsnachweise für einen Zeitraum von ca. 100 Jahren wird gerne mit historischen Nachrichten zusammengebracht, welche eine weitgehende Entvölkerung des Gebietes nahelegen, z.B. der von Klaudios Ptolemaios überlieferten „Helvetier-Einöde“. Welche Gründe vor dem Hintergrund der Ausweitung der Machtinteressen Roms und des Vordringens germanischer Bevölkerungsgruppen letztlich zur Aufgabe der keltischen Großsiedlungen (oppida), der Gutshöfe (Viereckschanzen) und Dorfsiedlungen um die Mitte des 1. Jh. v. Chr. geführt haben, ist nach wie vor rätselhaft. Der Großteil der spätkeltischen Bevölkerung dürfte in die Gebiete südlich und westlich des Rheins abgezogen sein. Ob aber wirklich eine völlige Entvölkerung der Landschaft stattgefunden hat, ist fraglich, denn es finden sich einheimisch-keltische Traditionen in der materiellen und geistigen Kultur des römerzeitlichen Süddeutschland. Neben charakteristischen Keramikformen und Verzierungen sind dies auch typische Formen der ländlichen Siedlungen, wie sie im Bereich von großflächigen Grabungen in den letzten Jahren zum Vorschein kamen. Im Rahmen des Kolloquiums wird diese interessante Fragestellung durch Beiträge aus verschiedenen Fachdisziplinen beleuchtet: Der prähistorischen und provinzialrömischen Archäologie, der Archäobotanik und der Numismatik.

Anmeldung zum 19. Archäolgie-Colloquium und zur 16. Verleihung des Kurt-Bittel-Preises der Stadt Heidenheim

Onlineanmeldungen werden bis zum 18.11.2019 um 18 Uhr entgegen genommen.










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Programm Kurt-Bittel-Preis

Musikstück Alan Abbott (*1926) Alla Caccia

Begrüßung
Oberbürgermeister Bernhard Ilg

Laudatio
Prof. Dr. Susanne Sievers
Universität Frankfurt

Prof. Dr. Andreas Müller-Karpe
Universität Marburg

Preisübergabe und Dank des Preisträgers


Musikstück Franz Strauss (1822 - 1905) Nocturno Op. 7


Festvortrag
Prof. Dr. C. Sebastian Sommer
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

„Drinnen/draußen – Der Raetische Limes und die römischen
Grenzen in Süddeutschland: gegen wen?“

Musikstück Eric Mayr (*1962) November Blues

Stehempfang im Foyer des Rathauses

Musikalische Umrahmung: Stephan Kröger – Horn / Eric Mayr – Klavier
Musikschule Heidenheim

Im Anschluss an die Preisverleihung findet ein Stehempfang im Foyer des Rathauses statt.

Die Rathaustiefgarage schließt um 23:30 Uhr.
Anfahrtsbeschreibung unter www.heidenheim.de/Kontakt

Programm Archäologie-Colloquium

Begrüßung
Bürgermeisterin Simone Maiwald

Grußwort
Dr. Martin Burkhardt
1. Vorsitzender des Heimat- und Altertumsvereins

Einführung in das Thema
Dr. Günther Wieland
Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart


Vorträge

Dr. Patrick Nagy
Kantonsarchäologie Zürich
„Kelten, Germanen, Raeter und Römer – Neues zur
Siedlungsgeschichte des Oppidums von Altenburg-Rheinau“

Dr. Michael Nick
Inventar der Fundmünzen der Schweiz, Bern
„Merklingen und Langenau – Zwei Silbermünzhorte der
jüngeren Spätlatènezeit aus dem Südwesten Deutschlands“


Pause (ca. 16:45 Uhr bis 17:00 Uhr)

Prof. Dr. Sabine Rieckhoff
Universität Leipzig

Prof. Dr. Manfred Rösch
Universität Heidelberg
„Auswanderer und Einwanderer - Besiedlungsdynamik in
Südwestdeutschland aus archäologisch-botanischer Sicht“

Dr. Bernd Steidl
Archäologische Staatssammlung München
„Konservativ und widerständig – Die Bevölkerung


Gemeinsame Abschlussdiskussion
Moderation:
Prof. Dr. Dirk Krausse / Dr. Günther Wieland
Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart


Imbiss im Foyer des Rathauses (ca. 18:30 Uhr)

Kurt-Bittel-Preis: Ausschreibung 2020/2021

Professor Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Kurt Bittel

Der Kurt-Bittel-Preis wird im November 2021 zum siebzehnten Mal verliehen.

Der Preis wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten (gedruckt und ungedruckt) auf dem Gebiet der Süddeutschen Altertumskunde vergeben.

Chronologische Eingrenzung des Themas: Steinzeit bis Mittelalter.

Geographische Eingrenzung des Themas: Süddeutschland mit den topographischen Orientierungsmarken Main – Bayerischer Wald – Alpenvorland – Rhein.

Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 5.500 Euro dotiert.
In der Regel soll eine Einzelperson nominiert werden, in Ausnahmefällen kann der Preis auch geteilt werden.

Über die Preisvergabe entscheidet eine Kommission, die sich zusammensetzt aus Prof. Dr. Frank Falkenstein, PD Dr. Miriam Haidle, Prof. Dr. Michaela Konrad, Prof. Dr. Dirk L. Krausse, Prof. Dr. Doris Mischka, Prof. Dr. Ralph Röber, dem Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim und den zwei ehrenamtlichen Stellvertretern des Oberbürgermeisters.

Bewerbungen sind bitte bis spätestens 31. Oktober 2020 (Datum des Poststempels) an den ...


Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim
Rathaus
Grabenstraße 15
89522 Heidenheim


zu richten.

Die Bewerbung muss zwei gedruckte Exemplare sowie eine digitale Version auf Datenträger der betreffenden Arbeit sowie einen kurzen Lebenslauf des Verfassers enthalten.)